Conder Familiengeschichte

Die Fahne von Cond
von M. Heinz Bremm


n unserem letzten Beitrag zur Geschichte der Familie Heimes wurde die Abbildung 7 vergessen. Diese Abbildung war zwar im Text erwähnt, aber nicht abgedruckt. Das soll hiermit nachgereicht werden. Das Foto wurde uns freundlicherweise von Frau Margarete Weiß geb. Heimes aus Brühl zur Verfügung gestellt.

 

 

 

Es bildet ab von links nach rechts:

Maria Rausch geb. Heimes 1912 - 1986,
Johannes Heimes * 1918,
Katharina Gertrud Heimes geb. Vickus 1889 - 1971,
Kommunionkind Margarete Heimes verh. Weiß * 1924,
Peter Heimes 1876 - 1939 und
Willi Heimes 1913 - 1950.

Im nächsten Jahr soll über die Conder Familien Hölzenbein berichtet werden. Die diesbezüglichen Recherchen benötigen noch etwas Zeit. Wir wären dankbar, wenn die betroffenen Familien uns Fotos und Informationen zur Verfügung stellen. Bei der Conder Familiengeschichte soll es zunächst um Familien gehen, die schon lange in Cond leben, aber auch aktuell in Cond noch präsent sind. Wir wollen aber auch die nicht vergessen, die früher einmal waren und trotzdem bis heute ihre Spuren hinterlassen haben. Zu ihnen gehörte Carl Josef Friedrichs aus Cond, der der Gemeinde u.a. die schöne weiße Jesusfigur stiftete, die heute in unserer Kriegergedächtniskapelle steht. Er wurde später auch dadurch bekannt, dass er in Cochem einen Turm mit einer Schwurhand darauf baute. Wir wollen ihn selbst reden lassen, denn er hatte über sein Leben ein Buch geschrieben, aus dem wir zitieren wollen:

as Dorf Cond, in dem ich am 16. Juni 1831 das Licht der Welt erblickte, liegt am rechten Mosel-ufer, gegenüber der Kreisstadt Cochem. Es ist ein Dorf von ungefähr hundert Bürgern nebst ihren Familien. Es wird noch zum Cochemer Krampen gerechnet, der diesen sonderbaren Namen von der großen Krümmung der Mosel hat. Cond ist gegenwärtig ein ganz wohlhabendes Dorf, das Acker- und Weinbau betreibt. Letzterer ist jedoch bei den Einwohnern des Dorfes die Hauptsache, wie das auch bei den meisten Dörfern an der Mosel der Fall ist.
Mein Urgroßvater kam im Jahre 1756 als Küfergeselle von Ediger nach Cond, wo er sich verheirathete. Er wohnte rechts vom Gemeindepütz, jetzt Pumpe. Er wurde Zehnten-Einnehmer, was auf meinen Großvater überging. Mein Vater und wir vier Knaben, - ich hatte noch drei Brüder - erbten noch das Prädikat "Zehntschulteß". In der Schule wurde ich stets "Zehntschultes Karl" genannt.
In meinem elften Jahre hatte ich das Unglück, die Mutter zu verlieren. Das war schlimm. Ich war zur selben Zeit - es war Anfangs März 1842 - selbst unwohl und ging nicht in die Schule.
Heute noch sehe ich, wie Dr. B. aus Cochem meiner Mutter durch Aderlaß eine Schüssel voll Blut abnahm. Drei Tage nach diesem Aderlaß war sie todt.
Der Vater war auf dem Felde; um vier Uhr Nachmittags kam er nach Hause. Als die Schwester der Mutter ihm mittheilte, daß diese vor einer viertel Stunde gestorben, da traf ihn der Schlag. Er ward auf der linken Seite gelähmt und ging noch acht Jahre krumm herum, ohne thätig sein zu können.
So waren wir vier Buben halb Waisen geworden; Vermögen war keins da, das Land, das wir hatten, war verschuldet. Alles wurde verkauft, nichts ließ man uns, nur der Strohsack machte eine Ausnahme."

Quelle: Aufzeichnungen aus meinem Leben. Von C. J. Friedrichs aus Cond/Cochem a. d. Mosel, Erster Band, Frankfurt a. M., Verlag Adolf Detloff, 1886 - Sammlung M.Heinz Bremm.