Dreschen um 1930
Die Fahne von Cond


och bis in die 1950er Jahre bauten Conder Familien ihr Getreide selber an. Das Dreschen wurde vor dem Aufkommen von Maschinen in der Scheune verrichtet - mit dem Dreschflegel. Die Spreu wurde mit der handgetriebenen Fochmühle vom Korn getrennt. Die Dreschmaschine konnte beides.

 

 

 

 

 

 

Dreschen auf dem Bumberg um 1930, klicke, um die Namen zu sehen
Dreschen auf dem Bumberg um 1930, Nähe Jobeluis-Heiligenhäuschen auf dem Conder Berg
Klicke auf das Bild, um die Namen der Personen zu erfahren !


Es war Ende Juli, Anfang August, nach dem Nikotinen im Wingert: Das Spritzfass wurde vom Wagen geholt und dafür die Leitern angebaut. War das Wetter gut, wartete man auf den Krämer Tunn vom Krämerhof auf dem Cochemer Berg. Die Kinder spürten die Spannung. Beim Spielen am Ufer bemerkten sie als Erste, wenn er endlich kam - von Sehl her auf der anderen Moselseite mit knatterndem Lanz-Traktor und dem Ungetüm von Dreschmaschine dahinter. Nun kam aber Bewegung ins Dorf. Die Gelegenheit und das Wetter mussten ja genutzt werden. Den Proviantkorb auf den Wagen, die Kuh angespannt ging es den Bergweg hoch auf den Berg. Auf dem Feld waren die Garben zum Trockenen aufgestellt (Roggen, Weizen, Hafer, Gerste). Sie wurden aufgeladen und zum Dreschplatz gebracht. Der war nahe dem Jobelius-Heiligenhäuschen auf dem "Bumberg".
Beim Anstehen ging es gesellig zu. Jeder packte an. Manchmal gab es auch Streit. So ist vorgekommen, dass man sich gegenseitig die Lunnen (Splinte) am Wagenrad herauszog. Vor dem Anfahren hatte man also nachzuschauen ob niemand einen Streich gespielt hatte. Die Garben wurden vom Wagen zu den Männern auf der Maschine gereicht. Es galt sehr aufzupassen, dass vom Vorgänger keine Unkrautreste zurückgeblieben waren. Auch mussten die Helfer Abstand halten vom langen Transmissionsriemen über den die Maschine von der Traktorwelle angetrieben wurde. Die Garben wurden aufgeschnitten und oben eingestopft, das leergedroschene Stroh unten entnommen und mit Strohseilen gebunden. Diese Bürden ("Beade") wurden sorgfältig auf den Wagen geschichtet. Das Korn fiel durch verschiedene Rüttelsiebe gleich in verschiedene Säcke: Die Spreu und das Futterkorn für die Hühner und Kühe, das gute Korn und das Saatkorn. Unablässig ging das Geklapper der Maschine, von morgens bis in die Nacht. Hierfür befand sich ein Scheinwerfer am Traktor. Die Männer waren bald ganz verstaubt und verschwitzt. Schließlich ging es mit dem beladenem Wagen - Bremsklötze angedreht - behutsam bergab ins Dorf.