"Franzosenkreuz" neu aufgestellt /
Das Franzosenkreuz und das Jahr 1689
Die Fahne von Cond
Standort: Bergstraße - Abzweig Klottener Straße


m 6. März 2002 wurde das Wegekreuz aus dem Jahr 1689 neu aufgestellt. In der Festzeitung 2001 hatten wir über entsprechende Bemühungen der Gemeinschaft Pumpenfest berichtet. [ ein weiterer Bericht innerhalb dieser Website findet sich hier ]
Nachdem das Kreuz gemeinsam mit dem zweiten Kreuz (aus 1599, jetzt an St. Remaclus) im Rahmen des Ausbaues der Bergstraße durch das Straßen- und Verkehrsamt gesichert worden war, erstellte uns Karl-Stefan Möhlig für die Wiedererrichtung die Kostenvorermittlung. Noch im Sommer gab der Straßenbauträger Finanzierungszusage.
Zusammen mit Herrn Mittler vom Stadtbauamt und dem Straßen- und Verkehrsamt (Herren Stelding und Mentenich) sowie mit den Nachbarn Familie Tiemann wurde der Standort festgelegt. Landeskonservator Dr. Wegner begleitete das Vorhaben. Nach dessen Vorgaben fertigte Wolfgang Thiel einen Entwurf für die Neuanfertigung der Stele und eines Sockels sowie den Ausschreibungstext.
Die Herstellung des Betonfundamentes wurde vom Stadtbauamt veranlasst.
Doch, eines: allen Beteiligten, besonders einmal den Verwaltungen, gilt ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle für ihre engagierte Mitwirkung!

ahreszahl und äußere Beschaffenheit des vorgefundenen Kreuzoberteiles lassen die Vermutung zu, dass es damaligen Bräuchen entsprechend zur Erinnerung und Mahnung an die schlimmen Ereignisse, vielleicht auch für einen zu Tode gekommenen Einwohner gestiftet wurde. Weitere Hinweise fehlen bislang (wir berichteten). Insbesondere die sichere Zuordnung der Initialen (I.G., Jacob Gräffen?) und der Hausmarke erfordern weitere Nachforschungen.

 

Das Jahr 1689
Im Pfälzischen Erbfolgekrieg (1688-1697) beanspruchte der französische König Ludwig XIV. für seine Schwägerin Elisabeth Charlotte von der Pfalz u.a. Teile der Grafschaft Sponheim. Die kurtrierische Amtsstadt Cochem wurde am 25. August 1689 mit 8.000 bis 14.000 Mann belagert. Um ihr Unternehmen zu decken gingen eineinhalb Regimenter moselabwärts bis Klotten vor, drei Bataillone wurden auf Kähnen auf die rechte Moselseite nach Cond übergesetzt. Trotz heftigen Widerstandes der Bevölkerung gelang es den Franzosen gegen Abend in die Stadt einzudringen. Fast alle Bewohner wurden umgebracht. Die Stadt ging in Flammen auf (Quelle: W. Gattow, Rheinzeitung vom 19.05.1989).


Stadtschreiber Schwang schrieb zu diesen Tagen ins Tagebuch:
"..nach wenigen Tagen, noch am Feste Mariae Geburt, kehrten die Plünderer wieder zurück und raubten was noch übrig war zusammen mit den Glocken der Siedlung Condt, welche ausserhalb der Stadt liegt und niedergebrannt worden war. Mit den Booten der Condter machten sie sich davon um so noch größeren Schaden anzurichten. Dieser letzte Beutezug traf die armen ausgeplünderten Menschen noch härter als die ersten Verluste..."
(Übersetzung aus dem Lateinischen, Quelle Stadtarchiv)
Erst 1697, nach dem Frieden von Rijswijk, wagten die Cochemer in ihre Stadt zurückzukehren und mit dem Wiederaufbau zu beginnen.