Conder Grab- und Wegekreuze
aus dem 17. Jahrhundert


Die Fahne von Cond


 

 

or genau 400 Jahren errichtete wahrscheinlich Peter Kirstges sein Haus in der heutigen Talstraße 9 (Familie Schwier-Thiel) und ließ über dem Torbogen zum Hof die Jahreszahl 1597 einmmeißeln sowie seine Initialen und seine Hausmarke.

Im selben Jahre starb Margarete Frensch, deren Grabstein uns erhalten geblieben ist. Die Jahreszahl 1598 kommt ebenfalls auf einem Basaltkreuz vor. Von 1599 sind noch 2 Kreuze bis heute erhalten und ein Bildstock wurde genau im Jahre 1600 errichtet.

Wir berichteten darüber in der letzten Fest-Zeitung. Heute soll es um die Grab- und Wegekreuze des 17. Jahrhundert gehen. Es sind genau acht Kreuze, die aus dieser Zeit noch in Cond vorhanden sind.


Fangen wir mit dem Ältesten an. Es stammt aus dem Jahre 1615 und steht am Nordeingang unserer Pfarrkirche. Neben der Jahreszahl und einer Hausmarke ist darauf zu lesen: "HANS PROL SEIN DOCHTER ANNA". Der Name "Prol" ist mit dem heutigen Familiennamen "Brohl" identisch. Die Schreibweise hat sich durch die Jahrhunderte geändert. Taufeinträge liegen aus der Zeit ab 1657 vor. Der Name "Prol" oder "Brohl" kommt darin nicht vor. [Auf der anderen Seite deises Kreuzes ist eine weitere Inschrift vorhanden, klicke hier, um mehr dazu zu erfahren.]


1616 läßt Elisabeth, die Ehefrau des Anton Leisen, ein Kreuz aufstellen mit der Aufschrift "DIE IHR SEI GOT ALLEIN". Das Basaltkreuz bietet die Möglichkeit, eine Heiligenfigur hinter dem Gitter aufzustellen, und so wird es heute noch genutzt in der Valwiger Straße vor dem Haus Nr. 31, an dem Treppenaufgang in die Weinberge. In das Kreuz ist die Hausmarke der Familie Leisen eingemeißelt. Anton Leisen ist wahrscheinlich 1616 gestorben, aber ist in den Kirchenbüchern nicht mehr erwähnt. Es kommt jedoch ein Johann Leisen vor, der vom Alter her der Sohn von Anton und Elisabeth sein könnte. Johann Leisen ist etwa 1607 geboren. Sein Sohn franz Leisen heiratete am 30. August 1667 Maria Schausten, die Tochter von Johann Anton Schausten aus Cond.


 

 


1624 tobt in ganz Europa der dreißigjährige Krieg. Aus diesem Jahr stammt das in Kaas stehende Kreuz mit den Initialen IK. Aller Wahrscheinlichkeit nach handelt es sich dabei um einen Johann oder Jakob Kirstges, da in den Taufbüchern in der Nähe dieser Zeit keine anderen Familiennamen mit K vorkommen. Vielleicht lassen sich einmal aus der ebenfalls angegebenen Hausmarke, ein mit einem X belegtes Kreuz, weitere Rückschlüsse ziehen.

 

 

 

 

 

 


1630 ertrank Peter Selecus in der Nähe der Brauselay, wovon das dortige Kreuz heute noch zeugt. Der Familienname kommt in den Conder Kirchenbüchern nicht vor. Vielleicht war es ein auswärtiger Schiffer, der wie schon viele andere an dieser gefährlichen Flußbiegung sein Leben lassen mußte. Aus diesem Grund wurde das Bild des heiligen Nikolaus auch an diesem Platz aufgestellt.




1653 wurde ebenfalls im Andenken an einen Ertrunkenen ein Kreuz aufgestellt, und zwar für Franz Dielen. Wahrscheinlich war auch er ein Auswärtiger. Der Name kommt nicht in den Conder Kirchenbüchern vor. Das Kreuz steht heute an der Uferstraße Ecke Talstraße.

 

 

 

 

 

 


Auf einem Kreuz aus dem Jahre 1655, das in der Weinbergsmauer auf der Straße nach Valwig zu finden ist, ist der Familienname nicht mehr zu erkennen. Der Vorname ist Johannes. Möglicherweise läßt sich der Nachname aus der Hausmarke erschließen. Leider sind uns die Hausmarken der Familien nur selten bekannt.

[Auf einer Foto-Tour konte ich das Kreuz nicht finden, was möglicherweise daran lag, dass die Weinbergsmauern auf weiten Strecken von Kräutern völlig zugewachsen sind. Falls jemand den genauen Standort bezeichnen kann, wäre ich für einen Hinweis dankbar. Dann könnte ich noch ein Foto nachreichen]


"ANNO 1666 IST ALHIE ERTRUNKEN IOHANNES GASPER" heißt es auf einem weiteren Wegekreuz in Kaas. Auch dieser Name findet sich nicht in Conder Kirchenbüchern. Obwohl die Taufeinträge 1657 beginnen, sind die ersten Sterbeeinträge erst 1681 verzeichnet.

 

 

 

 

 

 

 


1689 ist das Jahr der großen Zerstörungen in Cochem und auch in Cond. Bekanntlich wurden in diesem Jahr im Pfälzischen Erbfolgekrieg u.a. auch die beiden Burgen in Cochem zerstört. Dr. Ludwig Mathar beschreibt dies in seinem Roman "Unter der Geißel" sehr eindrucksvoll.

Nun haben wir in Cond noch ein Kreuz mit dieser Jahreszahl [ welches einst ] in der Weinbergsmauer der Bergstraße [stand. Die Zeit hat diesen Bericht überholt: das Kreuz steht jetzt wenige hundert Meter weiter oben am Abzweig Bergstraße/Klottener Straße. Siehe auch unseren Bericht über das Franzosenkreuz ]. Es enthält nur die Initialen I.G. Ein Eintrag im Kirchenbuch ist nicht vorhanden. Auch hier kann nur hypothetisch erschlossen werden, um wen es sich handeln könnte. Wegen der Kriegszeit wurde das Buch vielleicht nicht so genau geführt. Die Initialen und das Jahr würden jedoch passen auf Jakob Greffen. Seine Frau Katharina, geb. Erckens, starb am 18. Januar 1691 in Cond. Sie ist im Sterbeeintrag des Kirchenbuches als Witwe bezeichnet. Folglich ist ihr Mann vorher gestorben. 1689 wäre wahrscheinlich. Das Ehepaar hatte drei Kinder, Helena Margarete, geboren am 29. September 1661, Peter, geboren am 15. Juni 1664 und Jakob, geboren am 6. Februar 1667. Die Tochter Helena Margarete starb noch vor der Mutter am 18. Februar 1690.


Quellen:
Heinzelmann, Josef: Zur Arbeit der Inschriftenkommissionen im Rheinland. In: Rheinische Heimatpflege, 32. Jg. 1/1995, S. 71 f.
Laux, Alfons: Unveröffentliche Kirchenbuchverkartung von Cond.
Thiel, Wolfgang: Kreuze in Cond. Eine Bestandsaufnahme der Grab- und Wegekreuze. In: Mosel-Eifel-Hunsrück. Der Landkreis Cochem-Zell, 1979.