Streifzüge
durch die Conder Sportgeschichte

Die Fahne von Cond

m Jahre 1912 wurde der Spiel- und Sportverein "Brauselay" in Cond gegründet.
Diente er zunächst der Verbreitung des Fußballspieles, so schloß er sich später mit dem in den 20er Jahren gegründeten Turnvereins zusammen und es wurden neben dem Fußball auch andere Sportarten, vor allem Leichtathletik, betrieben.

Der Verein wählte die Farben blau-weiß. Warum gerade blau-weiß, ist nicht mehr festzustellen. Es gibt jedoch Vermutungen, daß diese Farben gewählt wurden, wel andere Farbkombinationen schon von anderen Vereinen, von denen man sich ja unterscheiden wollte, belegt waren.
Trotz dieser Vereinsfarben wurde jedoch auch in den Trikotfarben rot-weiß gespielt. Blau-weiß blieben aber die "Conder Farben", wie es sich auch im Lied der Conder Fußballer ausdrückt:

Blau und weiß wie lieb ich Dich,
blau und weiß ein Trost für mich.
Grün, ja grün ist Wald und Flur,
blau und weiß ist uns´re Fußballgarnitur!

Hätten wir ein Königreich,
machten wir es der Natur ganz gleich.
Alle Mädels, jung und schön,
müßten alle blau und weiß gekleidet gehn.

Mohammed war ein Prophet,
denn er liebte das Farbenbett,
und von aller Farbenbracht,
hat er scu blau und weiß auserdacht!


Der SSV "Brauselay" erziehlte vor den Kriege beachtliche Erfolge, so wurde er mehrere Male Moselmeister; aber auch die Leichtathleten nahmen an überörtlichen Wettkämpfen teil.

Der Sportplatz befand sich damals noch nicht an der Mosel, sondern auf der Conder Höhe. Aber auch die "Turnhalle" mit vereinseigenen Geräten stand zur Verfügung. Dienstags und donnerstags, jeweils von 20.00 Uhr bis 22.00 Uhr wurde der Große Saal im "Rebstock" der sportbegeisterten Jugend zur Verfügung gestellt, und sie machte regen Gebrauch davon.

Hier fanden auch die Turnschauen statt, die ein oder zweimal jährlich abgehalten wurden, denn Cond hatte nicht nur gute Fußballer, sondern auch hervorragende Turner. Nach dem Bau des Moselstadions wurden die sportlichen Aktivitäten natürlich dorthin verlegt.


Auch in den 30er Jahren blieb man in Cond sportlich aktiv, jedoch weniger im Rahmen eines organisierten Vereins, sondern vor allem die Jugend wurde von dem damaligen Lehrer Schäfer zwecks körberlicher Ertüchtigung zu sportlicher Aktivität angehalten. Allerdings spielte der Fußball keine so dominierende Rolle mehr, so daß ein Teil der Conder Fußballbegeisterten nun in die erfolgreiche Valwiger Mannschaft eintraten.

Nach dem Krieg gründete sich der SSV "Brauselay" recht bald erneut. Wiederum stellte man sowohl eine Fußball- als auch eine Leichtathletikmanschaft auf.
Es wurden nun nicht mehr ausschließlich sportliche Aktivitäten gefördert, sondern auch kulturelle. So richtete man z.B. die Conder Kirmes und die Fastnachtsbälle aus, die vor dem Krieg u.a. auch von der Feuerwehr ausgerichtet worden waren, und bildete einen Gesangsverein.


Aber die sportlichen Lorbeeren blieben nicht aus. Die Conder waren nicht nur bei den Kreismeisterschaften erfolgreich, sondern auch bei überregionalen Wettkämpfen, nun aber mehr auf dem Gebiet der Leichtathletik.

Dies ist insbesondere deshalb bemerkenswert, da man damals unter sehr schlechten Bedingungen, was besonders auch die Ausrüstung betraf, spielen mußte. Das bezeugt z.B. der Brief, den der SSV Cond an den SV Hachenburg schrieb:

"Wie wir in Erfahrung gebracht haben, hat der Sportverein Cochem Fußbälle durch Ihre Vermittlung erhalten. Weiterhin habe ich gehört, daß Sie an Pfingsten nach Cochem zu einem Freundschaftsspiel kommen würden.

Ich hätte nun eine große Bitte an Sie: Könnten Sie uns nicht auch 2 Fußbälle mitbringen? Wir zahlen genau den selben Preis in Wein wie der SV Cochem. Außerdem kommt es uns auf ein paar gute Flaschen Wein für das Mitbringen nicht an.

Mit sportlichen Grüßen"

1948 fand der Zusammenschluß mit dem Cochemer Verein "Eintracht 1862" statt, wohl weil nach dem Krieg nicht mehr genug aktive Sportler in Cond waren, um einen eigenen Spielbetrieb aufrecht erhalten zu können.

Vereinsmäßig wahrte der SSV Cond jedoch seine Eigenständigkeit. Erst 1961 schlossen sich die Vereine entgültig zusammen, so daß der SSV auch organisatorisch in den Cochemer Vereinen aufging.

Ein Foto der Conder Fußballmannschaft um 1920 hier.