Mosellied von Franz Ostermann

Die Fahne von Cond
Franz Ostermann * 3.9.1884 in Cond + 6.4.1967 in Koblenz
Der Liedtext entstand im Jahre 1964. Sein Verfasser war der Vater von Peter Ostermann (+ 1.11.2002 in Koblenz). Dessen Ehefrau Lilo, Koblenz-Pfaffendorf, hat uns den Text dankens-werterweise zur Verfügung gestellt.


Refrain:
O schöne Mosel, Tochter von Vater Rhein,
man muss dich lieben, küssen und immer frei'n
mit deinen Burgen, Reben und Wein -
an deinen Ufern möchte immer ich sein.
O schöne Mosel mit deinem grünen Strand
dich schuf nur einer, das war die Gotteshand.
Bei deinen Burgen, Reben und Wein -
an deinen Ufern möchte immer ich sein.



Im Moselland, wo meine Wiege stand,
im Schatten der uralten Linde,
dort wuchs ich heran, dort spielt' ich im Sand,
am schönen grünen Moselstrand ...

Heut' wandre noch gern ich die Mosel entlang,
zu Fuß, per Schiff oder Eisenbahn,
wo man Dörfchen und Burgen bewundem kann,
dann fange laut ich zu singen an ...

Auch kehr ich im Wirtshaus zur Traube gern ein,
Frau Wirtin schenkt ein mir den goldenen Wein
und scherzt und lacht, trinkt immer mir zu,
mein Herz wird dann jung und ich singe im Nu..

Ich gehe im Dorf durch die winklige Gass',
dort lag einst im Keller manch' volles Fass.
Da hab' ich getrunken manch' Gläschen leer,
die Fässer sind fort und die Freunde nicht mehr..

Wir saßen des Abends in fröhlicher Rund,
der Bummes, der reiste von Mund zu Mund
und ich denke so oft im stillen Traum,
wie schön war das unter dem Lindenbaum...

Auch geh' ich ins Kirchlein die Treppe hinauf,
wo man mich einst trug zur heiligen Tauf.
Die Figuren und Bilder sind alle noch da,
nur sind vorbei die 80 Jahr'...

Jetzt drückt ihr mir bald die Augen zu,
dann legt mich ins Dörflein zur ewigen Ruh'.
Dort hör ich die Amsel, ihr Lied schön erklingt,
drüben im Burghang, wenn die Nachtigall singt.